{"id":178,"date":"2016-08-18T05:09:16","date_gmt":"2016-08-18T03:09:16","guid":{"rendered":"http:\/\/namaste-sathi.com\/?p=178"},"modified":"2016-08-18T05:23:38","modified_gmt":"2016-08-18T03:23:38","slug":"birat","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/namaste-sathi.com\/?p=178","title":{"rendered":"\u00dcber Birat"},"content":{"rendered":"<p>Viele Freunde und Kollegen haben uns gefragt wie wir ausgerechnet auf Nepal kamen.<br \/>\nDeshalb nun ein paar Worte dazu:<br \/>\n\u201cMein Name ist Birat und ich komme von die Dach von die Welt.\u201d<\/p>\n<p><!--more--><!--more--><br \/>\nDieses Zitat fiel am ersten Tag der Orientierungswoche auf dem Anatomiecampus w\u00e4hrend die gerade neu zusammengew\u00fcrfelte \u201cSeminargruppe 45\u201d sich in einem Kreis und einem uns allen wohlbekannten Spiel gegenseitig vorstellen musste.<br \/>\nIch erinnere mich vor allem noch an die Situation und an die Tatsache, dass anders als ich ganz naiv gedacht hatte, die meisten Studierenden in Berlin gar nicht aus Berlin kommen oder maximal 19 Jahre alt &#8211; so wie ich damals &#8211; sind. Und dieser Satz brannte sich ein. Ich bin \u00fcberzeugt, dass er genau so gefallen ist. Die grammatikalischen Fehler waren vor allem menschlich und sehr angenehm in Anbetracht der Tatsache, dass zuvor Hunderten, meist hochnerv\u00f6sen Neustudenten ob der schwierigen Medizinpr\u00fcfungen bereits am ersten Tag Angst und Bange war.<br \/>\nIm Laufe der Jahre sollten uns diverse Ereignisse zusammenschwei\u00dfen. Einmal versuchten Conrad und ich Birat etwas \u201cNachhilfe\u201d in Biochemie zu geben. Er hatte, wie die meisten Medizinstudenten in Berlin, sehr mit diesem Fach zu k\u00e4mpfen. So verbrachten wir etliche Herbstnachmittage und -abende auf Birats Balkon im Wedding und versuchten uns Stoffwechselzyklen und metabolische Azidosen mit respiratorischer Teilkompensation zu verdeutlichen.<br \/>\nWir sahen gemeinsam die ersten Bollywoodfilme, als diese nach Deutschland ins Fernsehen her\u00fcber schwappten. Wobei ich zugeben muss, dass ich &#8211; wie auch die meisten anderen, die sich zu diesem Ereignis eingefunden hatten &#8211; nicht das Sitzfleisch f\u00fcr einen gef\u00fchlt neunst\u00fcndigen Film mit 90% Gesangseinlagen hatten. Spa\u00df hatten wir trotzdem viel.<br \/>\nBegeistert an Birat hat mich stets seine Einstellung. Egal wie schwer das Problem war, er nahm es stets mit Gelassenheit und mit einer positiven Einstellung. Nicht bestandene Pr\u00fcfungen, Schicksalsschl\u00e4ge, Beziehungsprobleme. All das wurde von Birat, fern von seiner Heimat, mit einer unglaublichen Ruhe und positiven Ausstrahlung getragen.<br \/>\nUnd dann war da noch etwas anderes:<br \/>\nBirat wollte stets nach dem Studium zur\u00fcck nach Nepal um dort den Menschen zu helfen, statt im Ausland sicher wesentlich mehr Geld zu verdienen. Dieser Entschluss stand sogar so fest, dass er, als er mit seiner damaligen Freundin Elif zusammen kam, als einzigen Kompromiss sah, die Urlaubstage in Nepal zu arbeiten (Sie hatte verst\u00e4ndlicherweise nicht geplant nach Nepal zu gehen). Und angefacht von dieser Idee, wollte er stets Conrad und mich auch mal nach Nepal holen, vielleicht auch um dort mit ihm zu arbeiten.<br \/>\nConrad konnte Nepal bereits im Rahmen einer Weltreise mit seiner Freundin Maria besuchen.<br \/>\nUnd nun bin ich dran.<br \/>\nDer Rest der Geschichte ist erst mal kurz erz\u00e4hlt: Anfang 2014 kam ich mit Cathrin zusammen. Die ist das, was man einen Globetrotter nennt &#8211; ich war bis dahin mehr Couch potato. Und sie wollte nat\u00fcrlich wieder einmal ins Ausland &#8211; auch zum arbeiten. Das wollte ich tats\u00e4chlich auch immer mal machen. Nun war die Gelegenheit da. Und eine Verabredung\/Idee irgendwo aus der Zeit zwischen 2004 und 2008\u2026 Also Nepal &#8211; f\u00fcrs erste\u2026<\/p>\n<p><strong><\/strong>Das Erdbeben 2015<br \/>\nBirat reiste kurz nach dem schweren Erdbeben von 2015 nach Nepal um dort zu helfen. Er hat vieles hier bewirkt. Zwei seiner Freunde, mit denen er hier eine Schule aufgebaut hat, haben wir bereits getroffen. Aktuell ist er wieder in Deutschland weil ihm das Geld fehlte um hier weiter Neues aufzubauen. Im November will er wieder kommen Und weiter machen. Sein gro\u00dfer Traum bleibt es aktuell irgendwann ein Krankenhaus in einem medizinisch schlecht versorgten Gebiet Nepals aufzubauen.<br \/>\nZuletzt konnte er in Deutschland erreichen, dass sein Schulprojekt finanziell unterst\u00fctzt wird. So werden gesichert 40 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die sonst hier keine Chance auf Bildung h\u00e4tten, eine komplette Schulausbildung erhalten (ungef\u00e4hr 55% der Nepalesen sind Analphabeten).<br \/>\nWer sich mehr \u00fcber Birat und seine Projekte informieren m\u00f6chte, kann das gerne <a href=\"http:\/\/www.birat.de\/\">hier<\/a> tun.<br \/>\nZudem kann man auch Birats Projekte finanziell \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.nedeg.de\/\">Nepalesisch-Deutsche-Gesellschaft<\/a> unterst\u00fctzen. Das Geld kommt sicher in guten H\u00e4nden eines Freundes an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Freunde und Kollegen haben uns gefragt wie wir ausgerechnet auf Nepal kamen. 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