{"id":227,"date":"2016-08-24T18:30:26","date_gmt":"2016-08-24T16:30:26","guid":{"rendered":"http:\/\/namaste-sathi.com\/?p=227"},"modified":"2016-08-24T18:35:07","modified_gmt":"2016-08-24T16:35:07","slug":"kleine-anekdoten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/namaste-sathi.com\/?p=227","title":{"rendered":"Kleine Anekdoten"},"content":{"rendered":"<p>Heute w\u00e4hrend der Visite erreicht uns die Eilmeldung des Erdbebens in Italien auf meinem Handy. Aufgrund der Zeitverschiebung kriegen wir diese Nachricht deshalb wahrscheinlich sogar noch vor den meisten von euch mit. Mittlerweile lese ich von \u00fcber drei\u00dfig Toten, Erinnerungen an das Erdbeben im letzten Jahr werden pr\u00e4sent. Dieses Mal ist das eigentlich so nahe Erdbeben in Italien uns hier doch so fern. Die Nachrichtenseiten in Nepal berichten jedoch ausf\u00fchrlich &#8211; ausf\u00fchrlicher als deutsche Nachrichtenseiten \u00fcber das letztj\u00e4hrige Erdbeben in Nepal &#8211; \u00fcber Italien. In der Kathmandu-Post gibt es zeitgleich einen Artikel zu den Aufbauarbeiten im Kathmandutal und dem aktuellen Fortschritt.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/kathmandupost.ekantipur.com\/news\/2016-08-24\/nra-completes-assessment-of-50000-valley-households.html\">Artikel in der Kathmandu-Post<\/a><\/p>\n<p><!--more--><!--more--><\/p>\n<h1>Aszitespunktion in die Wasserflasche<\/h1>\n<p>Nun hoffen wir, dass es euch allen gut geht und keiner derweil im sonst nat\u00fcrlich sehr sch\u00f6nen Italien weilt und nat\u00fcrlich auch, dass sich die Zahl der Opfer in Italien nicht mehr vergr\u00f6\u00dfert.<br \/>\nDa in den letzten Tagen viele Kleinigkeiten passiert sind, versuche ich ein paar besondere Momente davon in Form kleiner Anekdoten zu sammeln.<br \/>\nAm Freitag vergangener Woche sollte ich eine Patientin Aszites punktieren. Aufgrund eines rheumatischen Fiebers mit anschlie\u00dfendem Herzklappendefekt kann ihr Herz nun das anfallende Volumen nicht mehr vorw\u00e4rts pumpen und lagert dieses daher in den Bauch ein. Zur Entlastung des angespannten Bauches sollte ich nun dieses Wasser ablassen. Eine auch in Deutschland g\u00e4ngige Praxis (lediglich die urs\u00e4chliche Krankheit ist in Deutschland nicht mehr so h\u00e4ufig anzutreffen). Einen orientierenden Ultraschall, um z.B. Nicht in eine vergr\u00f6\u00dferte Leber zu pieken, macht man hier nicht. Das Ultraschallger\u00e4t ist st\u00e4ndig in Benutzung. Einen solchen orientierenden Ultraschall macht man tats\u00e4chlich auch nicht bei einer deutlich komplikationstr\u00e4chtigeren Pleurapunktion.<br \/>\nDie Patientin muss das entsprechende Zubeh\u00f6r in der Apotheke kaufen (Preis so um die 7 Euro) und dann durfte ich loslegen. Das ablaufende Wasser wird hier aber nicht in ein steriles Gef\u00e4\u00df abgeleitet. Die Patientin brachte von zuhause drei leere 1Liter Flaschen mit. Cathrin und ich versuchten noch diese mit Iod-L\u00f6sung etwas sauberer zu halten, allerdings wird dies wohl das einzige Mal der Fall gewesen sein. Hygienisch gesehen eine Katastrophe. Dazu kommt noch, dass die Schwesternsch\u00fclerinnen die benutzten Nadeln wieder \u201crecappen\u201d und dann in den Hausm\u00fcll schmei\u00dfen wollten. Tats\u00e4chlich habe ich dieses Vorgehen schon mehrfach von vielen verschiedenen Mitarbeitern gesehen. Normalerweise ist das das \u201cNo-Go\u201d der Medizin. Vor allem mag ich mir gar nicht ausmalen was passiert, wenn eine Schwester sich mal eine Nadelstichverletzung zuzieht. Eine Berufsunf\u00e4higkeitsversicherung oder dergleichen gibt es nicht. Ein Grund mehr auf sichere Arbeitsweisen zu achten.<\/p>\n<h1>Sechs-Tag-Woche und weniger Urlaub<\/h1>\n<p>Einige unserer Kollegen kr\u00e4nkeln aktuell doch sehr. Krankheitsbedingt zuhause bleiben wollen sie aber nicht. Warum das so ist, erkl\u00e4rt sich durch das Arbeitssystem. Im Prinzip kann jeder &#8211; ungef\u00e4hr einen Tag vorher &#8211; einen \u201cTown-Day\u201d beantragen. Einen freien Tag also. Dieser wird dann von den Urlaubstagen abgezogen. Diese hat jeder Mitarbeiter elf an der Zahl! Zus\u00e4tzlich hat jeder Mitarbeiter 5 Krankheitstage. Sollte man mehr als f\u00fcnf Tage im Jahr krank sein, darf man nat\u00fcrlich zuhause bleiben &#8211; allerdings unbezahlt. Insgesamt arbeiten die Nepalesen also sechs Tage die Woche und haben ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte unseres Urlaubs. Ein Arzt verdient hier ungef\u00e4hr 12 Dollar pro Tag. Daf\u00fcr d\u00fcrfen die Kollegen hier auf dem Gel\u00e4nde kostenlos wohnen &#8211; wobei viele das nur in der Woche tun und am Wochenende zu Ihrer Familie fahren.<\/p>\n<h1>Viele K\u00fchlschr\u00e4nke<\/h1>\n<p>Wenn wir uns fragen was wir hier in Banepa bewirkt haben, dann wird der K\u00fchlschrank auf dieser Liste ganz oben stehen. Der aufmerksame Leser wei\u00df, dass wir bereits zwei kaputte K\u00fchlschr\u00e4nke hier im Appartement hatten. Nun kommts: Pl\u00f6tzlich und nach zweieinhalb Wochen hartn\u00e4ckigem Einreden auf die Hausmeister haben wir vorgestern einen nagelneuen K\u00fchlschrank erhalten. Wirklich direkt aus dem Laden. Wir mussten sogar etwas schmunzeln. Die Ern\u00fcchterung folgte aber prompt: Der Stromstecker passte nicht.<br \/>\nEiner der Hausmeister ging aber direkt in die Stadt und organisierte einen, so dass wir nun doch tats\u00e4chlich k\u00fchlen k\u00f6nnen &#8211; und die n\u00e4chsten, die hier einziehen hoffentlich auch.<br \/>\nEin Gouda f\u00fcr knapp vier Euro durfte es dann als Belohnung doch mal sein. Dieser schmeckt tats\u00e4chlich \u00fcberhaupt nicht wie Gouda, aber doch ziemlich gut.<\/p>\n<h1>H\u00f6llenritt<\/h1>\n<p>Und hier h\u00f6ren bitte alle Eltern auf zu lesen. Das meine ich ernst\u2026<br \/>\nWirklich.<\/p>\n<p>Ich deutete ja bereits an, dass wir auf besondere Art mit Gopal ins Krankenhaus in Bhaktapur fuhren.<br \/>\nNach dem Gai Jatra Fest wollte er uns sein Krankenhaus zeigen. Drau\u00dfen vor der Haust\u00fcr fragte er uns dann ob wir einen Roller h\u00e4tten. Nein. Und jetzt?<br \/>\nEr nahm uns mit seinem Roller mit. Drei Leute auf einem Roller. Ich klammerte mich an Gopal fest, Cathrin auch. Zur Sicherheit trug Gopal nat\u00fcrlich einen Helm. Ich betete.<br \/>\nZum Gl\u00fcck war der Rollerweg nur ungef\u00e4hr 5 Minuten lang. Ohne St\u00fcrze kamen wir an. Ein besonderes Erlebnis im Verkehrschaos Nepals, dass wir nicht wiederholen wollen.<br \/>\nDen R\u00fcckweg traten wir deshalb mit dem Bus an. Das Taxi h\u00e4tte das zwanzigfache gekostet. Gopal riet uns noch auf den n\u00e4chsten Bus zu warten. Da wir aber nicht wussten wann der n\u00e4chste kommt, stiegen wir in den \u00fcberf\u00fcllten Bus ein. Wir dachten jedoch nicht, dass die Nepalesen noch meinen, dass da noch Platz ist. In der Stehgasse zwischen den Sitzen sollten wir zweireihig stehen &#8211; was f\u00fcr uns dicke Europ\u00e4er unm\u00f6glich ist. Der Bus war zu 300% \u00fcberladen und wir mittendrin. Auch eine sch\u00f6ne Erfahrung, die wir das n\u00e4chste Mal lieber von einem Sitzplatz aus beobachten. Jetzt verstehe ich auch Gopals Tipp und sein L\u00e4cheln als er meinte: \u201cNa gut, dann nehmt halt diesen.\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute w\u00e4hrend der Visite erreicht uns die Eilmeldung des Erdbebens in Italien auf meinem Handy. Aufgrund der Zeitverschiebung kriegen wir diese Nachricht deshalb wahrscheinlich sogar noch vor den meisten von euch mit. Mittlerweile lese ich von \u00fcber drei\u00dfig Toten, Erinnerungen an das Erdbeben im letzten Jahr werden pr\u00e4sent. 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