{"id":337,"date":"2016-09-09T12:28:57","date_gmt":"2016-09-09T10:28:57","guid":{"rendered":"http:\/\/namaste-sathi.com\/?p=337"},"modified":"2016-09-09T12:35:20","modified_gmt":"2016-09-09T10:35:20","slug":"staub-in-kathmandu-nepalesische-verabredungen-abendessen-mit-deutschen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/namaste-sathi.com\/?p=337","title":{"rendered":"Staub in Kathmandu &#8211; Nepalesische Verabredungen &#8211; Abendessen mit Deutschen"},"content":{"rendered":"<p>Unsere letzten Tage in Kathmandu sind nun angebrochen. Ab Montag geht es in zwei Etappen nach Gulmi.<br \/>\nNach dem Monat in Banepa f\u00e4llt uns der Unterschied zu Kathmandu noch viel viel mehr auf.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich hier schreibe sitzen wir in einem Caf\u00e9 namens &#8222;<a href=\"http:\/\/www.thebakerycafe.com.np\/\">The Bakery<\/a>&#8222;. Tats\u00e4chlich ist das hier eine Oase. Man sitzt in einem Innenhof, drau\u00dfen vor der T\u00fcr liegt der Umschlagbusbahnhof von New Baneshwor. Es ist laut und dreckig dort. Das Hupen der Autos, bzw. eher das Dauerhupen dringt bis zu uns durch. Der Matsch und Schlamm und die unglaublich verschmutzte Luft bleibt aber &#8211; gef\u00fchlt zumindest &#8211; drau\u00dfen vor der T\u00fcr. Dieses Caf\u00e9 ist etwas besonderes, da es von Geh\u00f6rlosen betrieben wird. Es gibt solche Caf\u00e9s ungef\u00e4hr f\u00fcnf mal in Kathmandu. Wie gestern schon berichtet, gibt es hier &#8211; allerdings war es auch nicht anders zu erwarten &#8211; keine soziale Absicherung, schon gar nicht f\u00fcr Menschen mit Einschr\u00e4nkungen. Deshalb ist dies nat\u00fcrlich eine wunderbare Idee.<br \/>\nViele Nepalesen, die wir bisher getroffen haben, berichten uns ebenfalls, dass ihnen die Hauptstadt Nepals so gar nicht gef\u00e4llt &#8211; zu dreckig, zu voll, zu laut. Das ist der Tenor. Man muss damit rechnen ab morgen 5-6 Uhr von Bauarbeiten, Hupen oder einfach nur den Stra\u00dfenh\u00e4ndlern geweckt zu werden. Diese fahren oder laufen mit ihren W\u00e4gelchen durch die Stra\u00dfen und preisen ihre Produkte an. \u00c4hnlich wie der Eiermann in Deutschland mit Marktschreier-Stimmb\u00e4ndern. Allerdings kann jeder deutsche Marktschreier hier noch mal in die Lehre gehen um dann sp\u00e4ter jeden anderen auf dem Markt zu \u00fcbert\u00f6nen. Parks oder dergleichen gibt es hier kaum. Viel spielt sich in den kleinen Gesch\u00e4ften am Stra\u00dfenrand ab. Einmal waren wir &#8211; auch wieder direkt an der Hauptstra\u00dfe aber getrennt durch eine Mauer &#8211; im <a href=\"http:\/\/www.gardenofdreams.org.np\/\">Garden of Dreams<\/a>. Auch hier, eine kleine Oase. Doch dieser Oasen, dieser R\u00fcckzugsorte mangelt es Kathmandu doch deutlich. Auf der Stra\u00dfe wird man an- und weggehupt, man\u00f6vriert sich um Stra\u00dfenh\u00e4ndler, Hunde und deren Exkremente, brennendem oder verbrannten M\u00fcll herum. Dies \u00e4ndert sich etwas in Thamel &#8211; dem Touristenbezirk Kathmandus. Hier fahren weniger Autos, daf\u00fcr wird einem auf der Stra\u00dfe noch mehr Schnick-Schnack angeboten.<br \/>\nIn den kleineren St\u00e4dten ist es nat\u00fcrlich auch noch staubig und schmutzig. Doch der Verkehr und der Staub lassen schon deutlich nach. Ein typisches Utensil des nepalesischen Stra\u00dfenh\u00e4ndlers ist ein an eine Peitsche erinnernder Stock, der st\u00e4ndig dazu benutzt wird, die Ware abzustauben.<\/p>\n<p>Gestern trafen wir uns mit zwei jungen nepalesischen M\u00e4dchen. Beide waren in eine S\u00e4ureattacke im letzten Jahr verwickelt. Eines wurde &#8222;nur&#8220; relativ leicht getroffen, das andere ist im ganzen Gesicht einstellt, kann die Augen nicht mehr schlie\u00dfen und braucht Schl\u00e4uche in Nase und Ohr um Atmen zu k\u00f6nnen und einen offenen H\u00f6rkanal zu haben. Die Hintergrundgeschichte dreht sich nat\u00fcrlich um abgelehnte Liebe und Kastendifferenz. Birat bat uns darum, mit den M\u00e4dchen Kontakt aufzunehmen. Sie wohnten fr\u00fcher im Nachbarhaus seiner Frau.<br \/>\nWir haben zun\u00e4chst auf das &#8222;Burn-Camp&#8220; im n\u00e4chsten April im Scheer-Memorial verwiesen und werden Fotos an unseren Freund in Deutschland weiterleiten, der in der plastischen Chirurgie viel Erfahrung mit Verbrennungsopfern sammeln konnte.<br \/>\nUm uns mit den M\u00e4dels zu treffen, br\u00e4uchten wir die Hilfe eines Lehrers, der f\u00fcr die beiden \u00fcbersetzt und sich auch sonst viel um die medizinischen Belange k\u00fcmmert. Die Geschichte des Treffens ist f\u00fcr uns &#8222;typisch Nepalesisch&#8220;, deshalb versuche ich sie kurz wieder zu geben:<br \/>\nMittwoch Abend, Anruf beim Lehrer:<br \/>\nIch:&#8220;Hallo, wir sind \u00c4rzte und haben von Birat von den M\u00e4dchen erfahren. Wann k\u00f6nnen wir uns treffen?&#8220;<br \/>\nEr: &#8222;Super. Am besten z\u00fcgig. Wie w\u00e4re es morgen gegen 15 Uhr?&#8220;<br \/>\nIch: &#8222;Das passt uns. Wo wollen wir uns treffen?&#8220;<br \/>\nEr: &#8222;Ich gebe Unterricht bis 12 Uhr. Dann rufe ich euch an und wir machen etwas genaues aus. Ich denke in der N\u00e4he der New Road.&#8220;<br \/>\nIch: &#8222;OK. Super. Dann bis morgen um 12 Uhr.&#8220;<\/p>\n<p>Donnerstag, 12 Uhr&#8230;<br \/>\nDonnerstag, 13 Uhr&#8230;<br \/>\nDonnerstag, 14 Uhr&#8230;<br \/>\nDonnerstag, 15 Uhr&#8230;<br \/>\nDonnerstag, 15.10 Uhr, Anruf des Lehrers: &#8222;Hallo, wir wollten uns doch heute treffen, wo seid ihr?&#8220;<br \/>\nIch: &#8222;Zuhause. Du sagtest, du w\u00fcrdest nach der Arbeit anrufen um einen Treffpunkt zu vereinbaren. Egal. Wo sollen wir hinkommen?&#8220;<br \/>\nEr: &#8222;Ich bin auf der New Road.&#8220;<br \/>\nIch: &#8222;Ja, aber wo dort?&#8220;<br \/>\nEr: &#8222;So ziemlich in der Mitte.&#8220;<br \/>\n&#8230;<br \/>\nLetztendlich schafften wir es uns im Himalayan Java Caf\u00e9 auf dem Durbar Square zu treffen &#8211; nat\u00fcrlich nicht ohne vorher unsere Zutrittserlaubnis zu zeigen &#8211; nachdem ich empfahl doch lieber ein Caf\u00e9 oder dergleichen aufzusuchen, statt uns auf der Mitte der New Road zu treffen.<\/p>\n<p>Heute Abend treffen wir Bernd aus dem Scheer Memorial Krankenhaus zu einem Abschiedsessen wieder. Er fliegt am Sonntag morgen zur\u00fcck nach Deutschland.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere letzten Tage in Kathmandu sind nun angebrochen. Ab Montag geht es in zwei Etappen nach Gulmi. 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